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FUNIGA - Futuro para ninos, Guatemala-Alemania
Zukunft für Kinder - Aldea Laura e. V.

Zwischenbericht Mai 2003



1. Das Schuljahr

diesem Jahr wurden 128 Kinder angemeldet, die sich auf folgende Klassen verteilen:
Vorschule von Pablo / Maria Mercedes: 26
1. Klasse von Yolanda: 31
2. Klasse von Ricardo: 30
3. Klasse von Maria: 19
4. Klasse von Dolores: 8
5. Klasse von Juan: 8
6. Klasse von Juan: 6


2. Das Basico- Weiterführende Schule

Hierbei wurde nun ein langgesehnter und auch schon oft beschriebener Traum von uns allen erfüllt. Seit fast 9 Jahren haben wir durch unser Projekt einigen Kindern eine weiterführende Schulausbildung ermöglicht, wie z.B. Maura (in den USA) und Mariela (Lehrerin in Guatemala), Zoila (kaufmännische Angestellte, die nun auch für ihren kleinen Bruder aufkommt), Gladys und Greli (in Lehrerausbildung). Auch im Namen der jungen Leute sage ich allen Förderern einen sehr herzlichen Dank. Unsere Vision war aber immer, auch den Kindern in Chocruz eine weiterführende Ausbildung zu ermöglichen, was der Elterninitiative und uns nun gelungen ist!
Wir betrachten dies, neben der langen Reihe von Erfolgen und einem gesunden und kontinuierlichen Aufbau des Projekts, als einen Meilenstein in unserer Projektgeschichte. Wir sind alle überglücklich über das Erreichte und ich möchte mich, und auch im Namen aller, schon an dieser Stelle bei allen, die dies ermöglicht haben, sehr herzlich bedanken!

Die Schaffung des basicos stellt unserer Meinung nach für die Dorfgemeinschaft und alle Beteiligten einen enormen Schritt in die Zukunft dar. Es zeigt in dieser armen und unterprivilegierten Region einen Hoffnungsschein auf, dass es doch möglich ist, eine Ausbildung zu erlangen und nicht als ungebildeter Hilfsarbeiter bei dieser maroden Wirtschaftslage und sozialen Unterdrückung zu überleben versuchen.

Das Basico trägt den Namen:
"Instituto Privado Mixto de Educacion Basica con Orientacion Ocupacional Chocruz"

Es sind 17 Kinder im Alter von 13 bis 16 Jahren eingeschrieben, davon knapp die Hälfte Mädchen. Der Unterricht findet von Montag bis Freitag von 13:15 bis 17:45 Uhr statt.

Es werden von jeweils verschiedenen Lehrern folgende Fächer unterrichtet:
Spanisch, Englisch, Mathematik, Sozialkunde, Naturwissenschaft, Werken, Kunst, Naturkunde, Musik, Sport.
Normalerweise wird nach drei Jahren dieser Unterstufe in den darauffolgenden drei Jahren mit einer berufsbezogenen Ausbildung begonnen. Nun wurde aber beschlossen, gleich von Beginn an berufliche Inhalte einzugliedern. So werden dieses Jahr Kurse in der Bäckerei und in der zweiten Jahreshälfte im Gewächshaus stattfinden. Im nächsten Jahr wollen wir Schreinerei und Schlosserei anbieten.
Dies beinhaltet ebenfalls die Erfüllung eines langersehnten Zieles. So kann Schritt für Schritt mit den gesammelten Erfahrungen das Fernziel einer Berufsschule erreicht werden.

Mit einer großen finanziellen Kraftanstrengung haben es die beteiligten Eltern geschafft, 10 gebrauchte Schreibmaschinen anzuschaffen. Ein Schreibmaschinenkurs ist neben dem Abschlusszeugnis der Grundschule, das einige Kinder wie z.B. Jose Genaro bei uns erlangt haben, Vorraussetzung für die Basico-Teilnahme.

So haben mir die Eltern bei meinem letzten Besuch am 15.4. stolz die Schreibmaschinen als überraschung präsentiert. Gleichzeitig erzählten sie, dass durch eine hiesige Spende die Kosten dieses Schreibmaschinen - Lehrers für ein Jahr abgedeckt sind. Die Lehrer des Basicos werden ja, wie hier üblich, stundenweise bezahlt. Diese Kosten werden zum Großteil von den Studiengebühren abgedeckt.
Ebenfalls wurden uns ca. 2000 gebrauchte Bücher für den Aufbau einer Bibliothek gespendet.

Am 18.2.wurde das Projekt unangemeldet vom Supervisor des Erziehungsministeriums besucht. Sein Besuch war ursprünglich zur überprüfung des Antrages für das Basico gedacht. Er war aber so angetan von der geleisteten Arbeit, der Organisation, den Räumlichkeiten bis hin zu den Schreibmaschinen, dass er überraschenderweise sofort das Basico offiziell genehmigte, das Projekt als Vorzeigeprojekt lobte und uns jegliche Hilfestellung für die Zukunft anbot.
(Dies geschieht zu einer Zeit, da das Land von den staatlichen Lehrern wegen nicht erbrachter Lohnerhöhungen seitens der Regierung bestreikt wird, es zu Besetzungen, Tumulten, Entführungen, tödlichen "Unfällen", und Massenentlassungen streikender Lehrer kommt)

Neben diesen ganzen Erfolgsmeldungen trugen die Lehrer auch eine kleine Wunschliste an mich heran: ein paar Aktenschränke, zusätzliche und ausreichend große Pulte/Schreibtische, ein Klavier, einen Basketballkorb und die Hoffnung unseren kleinen Sportplatz eines Tages fertig zu stellen, Regale für die Bibliothek sowie zusätzliche Tische und Bänke für die Klassenzimmer.
Einige dieser Wünsche wurden sofort in Angriff genommen, wie auch die Anschaffung von eigenen Tellern, Besteck und Bechern für unseren neuen Speisesaal. Durch eine gezielte Spende konnten wir drei gebrauchte Computer anschaffen.

3. Wasserproblematik

Auch hier hat sich nun nach 6-jährigem Kampf mit so vielen Rückschlägen etwas bewegt. Nach der zweijährigen Arbeit der Männer des Wasserprojekts zur Erlangung d.h. Kaufs von ca. 600 Wegerechten für die ca. 20 km lange Wasserleitung konnten nun fast alle Rechte eingeholt werden. Kurz vor der Komplettierung dieser Trasse waren ihre Mittel wie auch ihre Energie total erschöpft und sie standen kurz vor dem Abbruch. Durch die gezielten Spenden für das Wasserprojekt, wobei wir uns vor zwei Jahren bereits beim Kauf der Quellen beteiligt hatten, konnten wir nun durch eine kurzfristige größere Spende das Finanzloch stopfen und das Projekt vor der verzweifelten Aufgabe bewahren.

Diese Soforthilfe wurde nötig, da der ebenfalls vergangene Woche unterzeichnete Vertrag mit einer halbstaatlichen Organisation zur von ihnen finanzierten Bauausführung nur bei vollständiger Erlangung aller Wegerechte zum Tragen gekommen wäre. Hierbei entstanden im letzten Moment wieder große Probleme: die feste Zusage, die Leitung durch ein großes kommunales Gelände zu führen, wurde wieder zurückgenommen. So mussten unerwarteter Weise weitere 150 Wegerechte erstanden werden, was nur durch eine weitere Hilfe unseres Vereins möglich war. Ebenso ein bewilligter Zuschuss der Stadt Momostenango wurde vorerst zurückgenommen, da wegen einer Buchprüfung alle Gelder auf unbestimmte Zeit eingefroren wurden.. Wir können sagen, dass durch unsere vorsichtige Finanzplanung und Verwaltung alle großzügigen Spenden aus Deutschland nun im richtigen Moment zum bestmöglichen Erfolg beigetragen haben. Mit Stolz können wir uns alle freuen, dass hoffentlich in diesem Jahr gut 2000 Menschen endlich mit etwas Wasser versorgt sein werden.

 

Antigua, Guatemala, 14.5.2003

Vielen herzlichen Dank an alle, die dies möglich gemacht haben!

Diemo Hänsler und Teodoro Xiloj

 

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